Abgeschlossene Projekte
„Jin, Jiyan, Azadî“ trifft „Nie wieder ist jetzt!“ – 2025
Ein Projekt gegen Gewalt, für Frauenrechte und demokratisches Engagement.
Das Projekt brachte Frauen verschiedener Herkunft und Generationen zusammen, um demokratisches Engagement zu stärken, interkulturellen Austausch zu fördern und Gewalt in ihren vielfältigen Formen zu thematisieren. Im Fokus stand die Frage, wie die Leitmotive „Jin, Jiyan, Azadî“ (Frau, Leben, Freiheit) und „Nie wieder ist jetzt!“ lokal – insbesondere in Linz am Rhein – gelebt werden können.


In mehreren Veranstaltungen wurden zentrale Themen bearbeitet: Die Auftaktveranstaltung beleuchtete Gewalt gegen Frauen in Kriegszeiten, mit Schwerpunkt auf dem Völkermord an den ÊzidInnen in Shingal (2014). Frauen berichteten über Erfahrungen mit Krieg, Vertreibung und sexualisierter Gewalt. Eine Gedenkstättenfahrt nach Hadamar thematisierte die NS-Verbrechen an Menschen mit Behinderungen und die Verfolgung von Frauen, die sich den nationalsozialistischen Normen widersetzten.
Ein Empowerment-Workshop schuf einen geschützten Raum für junge Frauen und Mädchen, um Diskriminierungserfahrungen zu reflektieren und eigene Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln. Den Abschluss bildete eine Visionenwerkstatt zur Frage, wie Gleichberechtigung, Sicherheit und Selbstbestimmung für Frauen konkret gestaltet werden können – lokal wie global.
Das Projekt zeigte, wie notwendig Austausch, Erinnerung und Solidarität sind, um Strategien gegen Gewalt zu entwickeln und Frauenrechte nachhaltig zu stärken.


Junge Frauen für Lila-Demokratie – 2024
Das Projekt „Junge Frauen für Lila-Demokratie“ verfolgte das Ziel, junge Frauen in einem kompakten Format zur aktiven gesellschaftlichen und politischen Teilhabe zu befähigen. Im Rahmen eines dreitägigen Bildungsworkshops wurden zentrale Inhalte der politischen Bildung vermittelt und Raum für Austausch, Reflexion und Vernetzung geschaffen.
Im Mittelpunkt stand die Stärkung der politischen Partizipation junger Frauen sowie die Förderung eines Bewusstseins für Vielfalt, Gleichberechtigung und soziale Gerechtigkeit als zentrale Elemente einer demokratischen Gesellschaft. Die Teilnehmerinnen setzten sich mit ihren Rechten und Handlungsmöglichkeiten auseinander und entwickelten Kompetenzen für soziales Engagement und demokratische Mitgestaltung.
Darüber hinaus wurden Netzwerke unter jungen Frauen aufgebaut, um den langfristigen Austausch von Erfahrungen, Ideen und Ressourcen zu unterstützen. Der Workshop bot damit einen strukturierten Rahmen, in dem junge Frauen ermutigt wurden, ihre Stimme zu erheben und aktiv an der Gestaltung ihres gesellschaftlichen Umfelds mitzuwirken.
Solidarisch für ein Leben ohne Gewalt – 2024
Gewalt gegen Frauen und Kinder nimmt zu – insbesondere im ländlichen Raum fehlt es migrierten und geflüchteten Frauen oft an niedrigschwelliger Unterstützung. Mit dem Projekt „Solidarisch für ein Leben ohne Gewalt“ wurde 2024 eine 20-Stunden-Stelle geschaffen, um eine verlässliche, professionelle Beratung für betroffene Frauen anzubieten und die bestehende Notunterkunft sowie ehrenamtliche Strukturen zu stabilisieren.

Ein Schwerpunkt lag auf der aufsuchenden Arbeit, um Hindernisse wie fehlende Mobilität und Sprachbarrieren zu überwinden. Die Beratung wurde durch Kinderbetreuung und Transportangebote ergänzt. Zudem konnten sich Frauen aktiv in den Verein einbringen – sei es durch Bildungsangebote, Mutter-Kind-Freizeiten oder in den thematischen Cafés.
Der Peer-to-Peer-Ansatz stand im Zentrum: Frauen unterstützen sich gegenseitig – aus gemeinsamer Erfahrung, aus ähnlichen sozialen, kulturellen und geografischen Kontexten. Dabei wurden auch Frauen mit Sprachkompetenzen (u. a. in Kurdisch, Farsi, Türkisch, Arabisch, Albanisch und Russisch) gestärkt, selbst als Sprach- und Kulturmittlerinnen aktiv zu werden.
Durch die Verstetigung der Angebote wurden Vertrauen und Verbindlichkeit geschaffen – entscheidende Voraussetzungen für einen selbstbestimmten Weg aus der Gewalt.


iMpuls - interkulturelle mobile Kreativ- und Themencafés - 2022-2025
Das Projekt iMpuls - interkulturelle mobile Kreativ- und Themencafés ist ein Angebot für den Landkreis Neuwied und angrenzende Regionen gewesen. Es wurde Müttern und Mädchen mit Flucht- und Migrationserfahrungen ein Zugang zu örtlichen Angeboten und Vereinen ermöglicht und damit ihre gesellschaftliche Teilhabe gestärkt. Zugleich wurde ein Raum geschaffen, in dem Mütter und Mädchen die Möglichkeit bekamen um Wissen und Informationen zu erwerben, Kontakte zu knüpfen, sich auszutauschen sowie eigene Kompetenzen und ihr Selbstbewusstsein zu stärken.
Dafür wurden in den Verbandsgemeinden des Landkreises und auch überregional mobile interkulturelle Kreativ- und Themencafés in Kooperation mit bestehenden Willkommenscafés oder Frauentreffs angeboten. Die iMpuls-Cafés fanden an den vertrauten Orten des Lebenumfeldes der Familien statt und überwindeten in einer ländlichen Region Grenzen der Mobilität.
Tagesangebote speziell für junge Frauen und Mädchen wurden in Kooperation mit regionalen Trägern der Offenen Jugendhilfe und Vereinen umgesetzt.
Nûjîn – Neu Leben - 2018–2023
Der Krieg des sogenannten Islamischen Staats (IS) im Mittleren Osten hat zahlreichen Menschen das Leben gekostet. Viele wurden verschleppt, gefoltert oder zur Flucht gezwungen. Hunderttausende waren von den Folgen dieser Gewalt betroffen. Der Krieg des IS richtete sich in besonderer Weise gegen Frauen – Tausende Êzidinnen wurden entführt und in Gefangenschaft gehalten. Viele der überlebenden Frauen flohen nach Europa, in der Hoffnung, dort Sicherheit und Unterstützung zu finden. Diese Unterstützung blieb jedoch oft unzureichend. Die Unterbringung im Asylverfahren sowie die individualisierte Lebensweise führten häufig zu Isolation und Vereinsamung, was sich negativ auf die psychische Gesundheit der Betroffenen auswirkte.
Mit dem Projekt Nûjîn – Neu Leben wurde in den Jahren 2018 bis 2023 ein Beitrag zur Stabilisierung der Lebenssituation geflüchteter Frauen geleistet. Ziel war es, insbesondere durch regelmäßigen Erfahrungsaustausch mit anderen Frauen aus denselben ethnischen Communities, der sozialen Vereinsamung entgegenzuwirken und praktische Unterstützung zu bieten.
Durch den Aufbau von Selbsthilfegruppen wurde die Isolation der Betroffenen schrittweise abgebaut, das soziale Netz untereinander gestärkt und der Zugang zu professioneller Hilfe erleichtert. So wurde der Weg in ein neues, selbstbestimmteres Leben geebnet. In wohnortnaher Umgebung trafen sich kurdischsprachige Frauen regelmäßig zum Austausch, zur Planung gemeinsamer Aktivitäten und zur Inanspruchnahme frauenspezifischer, solidarischer Begleitung durch die Projektmitarbeiterinnen.
Ein Projekt, welches tatsächlich viele ezidische Frauen, die die größten leidtragenden der Machenschaften des Islamischen Staates waren, wieder ins Leben einbinden konnte und den Frauen Hoffnung und Kraft gab.
Unsere Vernetzung gegen eure Morde – 2021–2023
Ein Projekt gegen Feminizide in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk gegen Feminizide Berlin, gefördert von der Bewegungsstiftung.
Alle drei Tage wurde 2019 in Deutschland eine Frau durch ihren aktuellen oder ehemaligen Partner getötet. Weltweit verlieren Frauen ihr Leben, weil sie Frauen sind – in Familien, in Partnerschaften, in bewaffneten Konflikten und bei systematischen Gewalttaten wie Genoziden. Betroffen sind cis Frauen ebenso wie trans Frauen. Es handelt sich nicht um Einzelfälle, sondern um strukturelle Gewalt.
Die Begriffe Femizid und Feminizid geben dieser geschlechtsspezifischen Gewalt einen Namen – und machen sichtbar, was oft verharmlost oder individualisiert wird: das systematische Töten von Frauen.
Gemeinsam mit dem „Netzwerk gegen Feminizide in Berlin“ haben wir von November 2021 bis März 2023 Gruppen im deutschsprachigen Raum miteinander vernetzt. Durch Begegnungen, Workshops und kontinuierlichen Austausch wurden Verbindungen geschaffen, Wissen geteilt und Räume für Solidarität und Widerstand geöffnet.
Ein zentrales Ergebnis war die Entwicklung eines gemeinsamen Leitfadens – eines Toolkits –, das konkrete Handlungsimpulse für Aktionen, Öffentlichkeitsarbeit und den sensiblen Umgang mit Angehörigen von Feminizid-Opfern gibt. Dieses Toolkit wird inzwischen von Frauenhäusern, Beratungsstellen, feministischen Vereinen und Aktivist*innen genutzt, um mit Klarheit, Würde und politischem Bewusstsein auf Feminizide zu reagieren.
Unsere Vernetzung war ein Schritt, um dieser Gewalt gemeinsam etwas entgegenzusetzen – laut, sichtbar und verbunden.
„Empowerment mit Sprach- und Kulturmittlerinnen als Multiplikatorinnen für die Vermittlung und Wahrnehmung von sexuellen und reproduktiven Rechten geflüchteter Menschen“ – 2022
Im Jahr 2022 wurde das Projekt von der Frauenbegegnungsstätte UTAMARA e.V. als einer von bundesweit zwölf Standorten umgesetzt. Ziel war es, geflüchtete Frauen mit Erfahrung als Sprach- und Kulturmittlerinnen für Themen der sexuellen und reproduktiven Rechte sowie Gesundheit zu sensibilisieren und fachlich weiterzubilden.
Im Rahmen des Projekts wurden die Teilnehmerinnen umfassend geschult und fachlich begleitet. Im Anschluss an die Schulungen wurden Praxiseinsätze durchgeführt, in denen die Frauen ihre neu erworbenen Kompetenzen in verschiedenen Beratungskontexten anwenden und vertiefen konnten.
Am Ende des Projektzeitraums wurden insgesamt 13 Sprach- und Kulturmittlerinnen erfolgreich ausgebildet. Sie verfügten damit über erweiterte Kenntnisse, um in ihren Communities als Multiplikatorinnen zu wirken und einen niedrigschwelligen Zugang zu sensiblen Themen der sexuellen und reproduktiven Gesundheit zu ermöglichen.
Anfragen zu den ausgebildeten Sprach- und Kulturmittlerinnen sowie weiterführende Informationen zum Projekt können über die E-Mail-Adresse beratung @ utamara.org gestellt werden.



Frauenwelten - Interkulturelles Mobiles Erzähl- und Themencafé - 2018-2021
Mit dem interkulturellen Mobilen Erzähl- und Themencafé „Frauenwelten“ wurde ein offener und einladender Raum für Frauen geschaffen. Ziel war es, Frauen verschiedenster Herkunft und Kulturen einen Ort der Begegnung zu bieten, an dem bei Tee, Kaffee und Gebäck nachbarschaftliche Kontakte geknüpft und persönliche Erfahrungen ausgetauscht werden konnten.
Im Rahmen der Erzähl- und Themencafés wurden Inhalte zu relevanten Lebensbereichen vorbereitet und mit den Frauen behandelt. Dabei wurde großer Wert darauf gelegt, sowohl die Perspektiven der teilnehmenden Frauen einzubeziehen als auch fachliche Impulse zu setzen.
Zu diesem Zweck wurden regelmäßig Expertinnen aus der Region eingeladen, die zu Themen wie dem Sozial- und Schulsystem, dem Umgang mit Behörden, Erziehungsfragen, Suchtprävention, Trauma- und Stressbewältigung, Frauengesundheit, Berufsperspektiven sowie häuslicher Gewalt informierten. Die Themenwahl richtete sich gezielt an Frauen mit und ohne Flucht- oder Migrationserfahrung.
Begleitet wurde das Café von Sprachmittlerinnen mit verschiedenen Sprachkompetenzen. Dadurch wurde gewährleistet, dass auch Frauen ohne Deutschkenntnisse sich ausdrücken und aktiv teilnehmen konnten.
„Frauenwelten“ wurde erfolgreich mobil und überregional umgesetzt. Die Veranstaltungen fanden unter anderem in bestehenden Willkommenscafés und Frauentreffs der Region statt und wurden jeweils an die örtlichen Gegebenheiten angepasst.
















