Jahresbericht 2013

 

Gesellschaftliche Ungleichheit und Sexismus, schaffen und öffnen den Weg für Gewalt und sind ein grundlegendes Problem für Gesellschaft und Frauen.

Auch im Jahr 2013 waren diese und damit Verbunden die Bewusstwerdung und Überwindung patriarchaler Herrschaftsstrukturen Kernthema der Tätigkeiten und Arbeitsbereiche der Frauenbegegnungsstätte Utamara e.V.

Wir haben das Jahr 2013 mit dem Abschluss unseres Projektes „Frau und Religion“ begonnen. Es war unser Ziel damit alle Teile religiöser Gesellschaften zu erreichen. Im Rahmen des Projektes wurden 75 Seminare veranstaltet sowie öffentliche Panels.

Im Mittelpunkt stand die Analyse und Veranschaulichung davon, wie Glauben innerhalb des patriarchalen Systems, gegen den Körper der Frau gerichtet wird. Trotz Abschluss des 3-monatigen Projekts haben wir unsere Arbeit zu diesem Thema - ausgerichtet auf die Schaffung einer Gleichberechtigten Gesellschaft und der Demokratisierung von Familie - weitergeführt.

Als Ergebnis der Diskussionen der 7. Jahresmitgliederversammlung im Februar 2013 wurde entschieden eine Kampagne gegen Brautgeld zu initiieren. Die entsprechende Planung dazu wurde durchgeführt und die Kampagne „Nein zu Brautgeld“ wurde zum 25.November 2013 gestartet. Im Rahmen der zum 25. November von uns durchgeführten Seminare wurde inhaltlich Bezug zur Kampagne genommen. Die Kampagne ist von deutscher als auch kurdisch-sprachiger Presse als wichtig aufgenommen und vorgestellt worden. Der Aufruf zur Kampagne wird für das Jahr 2014 die wichtigste Arbeitsgrundlage sein und wird durch eine Broschüre ergänzt werden, die bereits für die Veröffentlichung vorbereitet wird.

 Eine der wichtigsten Arbeitsbereiche der Frauenbegegnungsstätte ist die Telefonberatung für Migrantinnen. Im Jahr 2013 haben über 50 Frauen dieses Angebot genutzt und wurden von den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen beraten und begleitet. Interessant war dabei vor allem im Vergleich zu den Vorjahren, dass viele der Frauen gesellschaftliche und familiäre Problemen offener und mutiger zur Sprache bringen konnten und selbstbewusst eigene Lösungswege vorschlugen. Inhaltlich ergab sich aus den Beratungsanfragen insbesondere, dass arrangierte Ehen und Zwangsheirat oft ein Fundament für familiäre Probleme bilden und Gewalt befördern.

 

Im Jahr 2013 haben wir das erste Buch zum Schreibaufruf „Jede Frau hat eine Geschichte“ veröffentlicht und mit Ausnahme eines kleinen Restes verteilt. Der zweite Schreibaufruf und die Redaktion der eingereichten Werke wurden abgeschlossen und warten nur noch auf den Druck.

Ebenso wurde der 3. Schreibaufruf für das Jahr 2014 gestartet.

Die Vorstandssitzungen haben regelmäßig stattgefunden.Die Erarbeitung von neuen Projekten wurde intensiv weitergeführt und für das Projekt „Familien lernen gemeinsam gewaltpräventiv leben.“ wurde beim BAMF und für das Projekt „Zwangsheirat, Ehrenmorde, Brautgeld“ wurde bei Aktion-Mensch Förderung beantragt.

 

Zum Gedenken an Uta und Amara wurde auch im Jahr 2013 ein Kinderfest veranstaltet. Da das seit zwei Jahren stattfindende Kinderfest viel Interesse erregt und sehr gut besucht wird, haben wir uns für das Jahr 2014 vorgenommen ein deutschlandweites Kinderfestival zu organisieren.

 

Obwohl wir normalerweise jährlich den aktuellen Stand der Mit-Frauen berichten, können wir dieses Jahr keine genauen Angaben machen. Aufgrund der Umstellung des Bankensystems auf SEPA, haben wir versuch zu vielen Mit-Frauen Kontakt auszunehmen. Da wir bisher keine konstante Anzahl erreichen konnten, wäre eine aktuelle Zahl unvollständig, wenn nicht sogar falsch. Diese Arbeit werden wir im Jahr 2014 vervollständigen.

 

Auf der 7. Jahresmitgliederversammlung wurde kritisiert, dass die Frauenbegegnungsstätte öffentlich nicht ausreichend bekannt ist. Deshalb war es unser Ziel die Frauenbegegnungsstätte und ihre Tätigkeiten weiterreichend vorzustellen und insbesondere Personen und Institutionen zu erreichen, denen wir nicht oder nur oberflächlich bekannt sind. Trotzdem stellt sich immer wieder heraus, wie wenig die Frauenbegegnungsstätte und ihre Arbeit bekannt ist. Die Vorstellung des Vereins wird deshalb auch für 2014 ein wichtiger Teil der Tätigkeiten ausmachen.

 

Im Rahmen der Netzwerkarbeit haben wir regelmäßig an den Treffen des Vorbereitungskomitee für den 8.März unter Initiative des DGB teilgenommen und uns im Arbeitskreis Integration des Landkreises Neuwied sowie am Runden Tisch gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen RiGG im Westerwald und im Kreis Neuwied engagiert. Als Mitglied im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband haben wir kontinuierlich an den Verbandsversammlungen und Fachtagungen sowie speziellen Fortbildungen teilgenommen.

In diesem Zusammenhang wurden Interviews mit einigen unserer Mit-Frauen und dem Vorstand durchgeführt und ein Dokumentarfilm produziert, um die im Dachverband organisierten Migrantenorganisationen gegenüber Projektförderern vorzustellen.

Das gesamte Jahr über wurde nach Möglichkeit an speziellen Fernsehprogrammen zu Gewalt gegen Frauen und ebenso zur Kampagne „Nein gegen Brautgeld“ teilgenommen.

 

Eine unserer grundlegendsten Arbeiten ist die Durchführung von Seminaren und Bildungsveranstaltungen, einerseits in der Begegnungsstätte selbst und andererseits auch außerhalb in Zusammenarbeit mit anderen Vereinen und Institutionen. Diese Tätigkeit wurde auch 2013 kontinuierlich fortgeführt. Inhaltliche Schwerpunkte der Bildungsarbeit waren insbesondere Gesellschaftlicher Sexismus, Selbstorganisierung von Frauen und Geschlechterbewusstsein.

FRAUENWELTEN - Interkulturelles Erzähl- und Themencafé

Aktuelle Veranstaltungen

Aktuelle Termine finden Sie auch auf unserer Facebook-Seite (@UTAMARA.06)

 

15.06.2019 13:00-17:00 Uhr Kinderfest Regenbogen der Kulturen in Linz (Rhein)

19.07.2019 - 21.07.2019 Sommerfreitzeit für Kinder von 7- 13 J.

26.07.2019 - 01.08.2019 Mutter-Kind-Sommerfreizeit

 

... für mehr Infos und Anmeldungen rufen Sie uns einfach an (02644-602424)

Gewalt ist kein Schicksal

 Gewalt ist kein Schicksal

NEIN zu Brautgeld!

Jede Frau hat eine Geschichte